Zeit und Geld für Kinder investiert

Jahresversammlung Pro Juventute Appenzell Innerrhoden: Kinderspielplätze, Einzelfallhilfe für Familien, Ferienpass



Erfreuliche Mehrausgaben hatte die Pro Juventute von Appenzell Innerrhoden letztes Jahr zu verzeichnen. Zwar musste in der Rechnung ein Minus von 16 700 Franken hingenommen werden, dafür konnte aber zur Realisierung von zwei Kinderspielplätzen mitgeholfen und mehreren Familien mit Beiträgen geholfen werden. Für Luzia Koch–Inauen aus Steinegg wurde an der Jahresversammlung in Appenzell neu Maurizia Ebneter Bourgeois in den Vorstand gewählt.


Es kommt selten vor, dass ein Vereinspräsident einen finanziellen Fehlbetrag in der Jahresrechnung mit einem Lachen zur Kenntnis nimmt. Bei Luzius Gruber, Präsident der Innerrhoder Sektion von Pro Juventute, war dies am Montagabend in der Linde in Appenzell der Fall: «Unsere Aufgabe ist es, das Geld, das uns zur Verfügung steht, sinnvoll für Kinder auszugeben und nicht damit ein Vermögen anzuhäufen.» Und tatsächlich kann die lokale Pro Juventute letztes Jahr auf einige Tätigkeiten hinweisen, die Kindern und Familien wirklich etwas bringen. Was gibt es zum Beispiel Schöneres als einen Spielplatz einzuweihen? fragte sich der Präsident im Jahresbericht.

In Haslen und in Appenzell
An erster Stelle seien deshalb hier die zwei Kinderspielplätze erwähnt, zu deren Realisierung Pro Juventute wesentlich beigetragen hat. Beim Spielplatz in Haslen ging die Initiative vom Schulrat aus. Pro Juventute wurde um einen Beitrag angefragt und sprach 10 000 Franken. An der Hasler Chilbi konnte der Platz offiziell den Kindern übergeben werden. Anders verlief die Sache bei der Erweiterung des Kinderspielplatzes am Brauereiplatz in Appenzell. Vor der Hauptleutekonferenz hatte Pro Juventute die Erneuerung von Spielplätzen angeregt. Hanspeter Knöpfel von Rüte nahm den Ball auf und so kam es zum Ausbau dieses schönen, unweit der Sitter gelegenen Spielplatzes. Er wurde durch ein Spieldorf mit Klettertürmen, Kletternetzen und Rutschen erweitert. Die Realisierung übernahm der Bezirk, Pro Juventute half mit einem Beitrag von ebenfalls 10 000 Franken. Die Eröffnung wurde durch Clownin Mili humoristisch gestaltet.

Einzelfallhilfe an Familien
Als besonders wertvoll sind auch die Beiträge von Pro Juventute an Familien einzustufen. Wir leben ja in einem Wohlstandsland und deshalb sind sich sehr viele Schweizerinnen und Schweizer gar nicht bewusst, wie viele Familien es immer noch gibt, die an finanzielle Grenzen stossen, vor allem wenn eine unerwartete Mehrausgabe anfällt. Hier kann Pro Juventute schnell und unkompliziert helfen. Voraussetzung dafür ist einfach, dass die Mitglieder von so einem finanziellen Engpass überhaupt erfahren. Luzius Gruber schreibt in seinem Jahresbericht: «Dass wir im vergangenen Jahr rund ein gutes Dutzend Familien unterstützen konnten, freut uns einerseits und zeigt anderseits, wie wichtig Einzelfallhilfe immer noch ist.» Natürlich kann Pro Juventute nicht die Rolle der Sozialhilfe übernehmen. Aber wenn eine Anschaffung für Velo oder eine Skiausrüstung anfällt, wenn ein Zahnarztbesuch unaufschiebbar wird oder aus Gesundheitsgründen eine nicht versicherte Therapie anfällt, dann wirkt auch ein Beitrag in der Höhe von 500 bis 1000 Franken wohltuend. «Etwa in dieser Grössenordnung bewegen sich unsere Einzelfallhilfen mehrheitlich. Und fast immer handelt es sich um einmalige Unterstützungsbeiträge», erklärte Gruber.

Ferienpass und vieles mehr
Pro Juventute bietet noch einiges mehr. Sehr erfolgreich verlief zum Beispiel der letzte Ferienpass, den die Organisation zusammen mit Appenzell Ausserrhoden jeweils in den ungeraden Jahren anbietet. 825 Kinder haben die 354 Kurse besucht. Das Angebot über fünf Ferienwochen war bunt: Kochkurse, Nachttischlämpchen basteln, Line Dance, Sportschiessen, Schreinern und vieles mehr. Zum Angebot von Pro Juventute gehören aber beispielsweise auch Elternbriefe, als Begleitung für Mütter und Väter im Zusammenleben mit dem ersten Kind; oder «Potz Tuusig», ein Lehrmittel für Kinder zum Thema Wertevermittlung und Geld; oder «What’s up», ein Schulangebot, das Kindern helfen soll, ihre Gefühle wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen; oder auch der Witwen–, Witwer– und Waisenfonds.

Programm, Jahresrechnung, Vorstand
Im kommenden Jahr möchte Pro Juventute mehr Mitglieder anwerben. Thematisch will sie sich mit Fussgängerstreifen befassen, vor allem auch in der Zone 30, wo sie abgeschafft wurden. Ausnahmen an heiklen Stellen machen aber weiterhin Sinn. Genehmigt wurde an der Hauptversammlung nebst dem Bericht des Präsidenten auch die Jahresrechnung. Und die schliesst bei einem Aufwand von knapp 70 000 Franken mit einem Fehlbetrag von 16 700 Franken. Der Grund liegt, wie gesagt, in erfreulichen Mehrausgaben. Total beträgt das Vermögen aber immer noch gut 60 000 Franken. Für die gesamte Pro Juventute stellt sich als finanzielles Hauptproblem die Frage, wie lange der Briefmarkenverkauf noch in erforderlichem Ausmass rentiert. Pro Juventute ist auf Geld angewiesen, ganz klar, aber nicht nur das, die Organisation braucht vor allem auch engagierte Leute, die bereit sind Zeit zu investieren. Dazu gehört der Vorstand mit Luzius Gruber, Esther Fritsche, Susanne Inauen, Vreni Kölbener, Reto Manser und Andrea Neff. Für die zurückgetretene Luzia Koch wurde zudem Maurizia Ebneter Bourgeois neu in den Vorstand gewählt.

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